Grundlagen der Weiterbildung
Die Weiterbildung stützt sich auf folgende gestalttheoretische und systemische Konzepte:
Polaritätsdynamik. Die polarisierenden Kräfte stehen in einer wechselseitigen Beziehung zueinander. Sie lösen – bei entsprechender Positionierung – dynamische Prozesse aus. Diese können zu überraschenden Lösungen bei internalen und externalen Konflikten führen. Meist müssen zuerst unlebendige Spannungsfelder umgestaltet werden, damit selbstorganisatorisch neue "Gestalten" entstehen können.
Vielperspektivität und Perspektivenkonferenzen. Durch das Sich-Hineinversetzen in unterschiedlichste Personen und Positionen sowie durch eine distanzierte Wahrnehmung des Konfliktgeschehens wird die ursprüngliche Vordergrundfixierung gelockert. Alte Sichtweisen lösen – durch die besondere Art des Dialogisierens – ihr emotionales Gebundensein auf und führen zu neuen Bewertungen des inneren und äußeren Geschehens.
Prozessorientierung statt Regeldenken. Die Kultivierung der eigenen Unsicherheit mit Hilfe des ZwischenRaums gehört zu den zentralen Zielen und Entwicklungsaufgaben. Bedingung dafür ist ein auf eigene Erfahrungen gestütztes Vertrauen in die selbstorganisatorische Lösungskompetenz von Prozessen.
Konstruktive Prozesse zu stimulieren und ihnen Raum zur Entwicklung zu geben sind wichtige Voraussetzungen für ein dialogisches Geschehen. Prozesse dieser Art entbehren der gewollten Steuerung nach festen Regeln und Prinzipien.
Methoden. Gestaltmethoden einschließlich Konfliktaufstellungen (F. Perls), personenzentrierter Ansatz (C. Rogers), systemische Interventionen (G. Bateson), sokratischer Dialog. Empathisches Zuhören, spielerisches Verdichten, Be- und Entschleunigen, qualitätsvolles authentisches Feedbackgeben, Suche nach Strukturen und Mustern, spielerische Identifikation und Rollenspiel, Ausstiegsverfahren bei Eindimensionalität und emotionaler Schieflage, Interventionen zur Dis- Identifikation bei emotionaler Verstrickung, Leichtigkeit, Ernsthaftigkeit und Humor.